Schonen

Im Kanu rund um Schloss Bäckaskog:
Dornige Tour auf Ivösee und Oppmannasee

Schloss Bäckaskog ist nicht nur ein Geheimtipp für Freunde guten Essens und Trinkens, die Sommerresidenz früherer schwedischer Könige hat ein ganz neues, interessantes und Erfolg versprechendes Konzept entwickelt, das die Freude einer preiswerten Unterkunft und aktiver Freizeitgestaltung mit behaglichem Ambiente eines königlichen Schlosses und dazugehörigem riesigen Park verbinden. Die englische Idee des Bed& Breakfast erhält hier eine neue Dimension, was schon allein durch das wahrlich opulente Frühstück garantiert wird. Doch der Reihe nach.
Von
Eduard Nöstl
Gernot Abel ist ein alter Freund von mir und nach den Worten seiner Frau Kristin hat er dringend eine Auszeit nötig, wenn die beruflichen Herausforderungen und der häusliche Trubel wieder einmal Überhand nehmen. Was liegt da näher als kurz bei mir in Schweden anzurufen und Vorschläge einzuholen. Machen wir doch eine Kanutour fällt mir spontan dazu ein. Mir schwebt ein Wochenende an einem See gemütlich mit Lagerfeuer und Zelt vor. Dieser Vorstellung wird abrupt ein Ende bereitet, wenn Gernot meint, Kanutour gern, aber Übernachtung im Zelt wohl eher nicht. Aha, dann eben ein Ferienhaus. Welche Seen und welche Möglichkeiten bieten sich an? Spontan fällt mir Schloss Bäckaskog ein. Angerufen und nachgefragt. Häuschen ist frei, Kanu ist ebenfalls vorhanden.

Schloss Bäckaskog
Gernot und ich haben auf dem weitläufigen Gelände ein Häuschen ausgesucht, das direkt am Ufer zum Oppmannasee steht und wo wir auch gleich unser Kanu in Empfang nehmen können. Der erste Tag bringt erst einmal eine kleine Tour zum Üben, das heißt wir beginnen beim Oppmannasee und gleich nach zwanzig Metern finden wir die Einfahrt zum Kanal, der uns zum Ivösee führen soll. Wie hatte der Portier doch gesagt? „Habt ihr Humphrey Bogart und Lauren Bacall in „African Queen“ gesehen? Genauso spannend und zugewachsen ist unser Kanal hier.“ Ich habe den Film nicht nur einmal gesehen und kann mir daher gut vorstellen, was der gute Mann gemeint hat, doch so schlimm ist es nicht, dafür genauso wild romantisch.

Wo bleibt die "African Queen"?
Die Einfahrt führt erst einmal durch einen Schilfgürtel, und dann verbreitert sich der Kanal auf etwa fünf Meter, das heißt, zwei Kanus kommen leicht aneinander vorbei. Ungefähr in der Mitte überspannen zwei Brücken den Kanal. Die erste ist eine uralte Steinbrücke mit riesigen Quadern, die kunstvoll aufeinandergeschichtet sind, mir graut, wenn ich mir vorstelle, wie schwer die sein müssen und wie schwierig es wohl war, sie an Ort und Stelle zu kriegen. Die zweite Brücke ist modern und besteht aus zwei überdimensionierten Blechrohren. Nicht sehr romantisch, aber mit gutem Echo. Hat man einmal diese beiden Brücken passiert, kommen noch einmal fünfzig Meter mit Buschvegetation an beiden Seiten des Wassers und dann wieder ein Schilfgürtel, diesmal vom Ivösee und schon paddelt man im größten See Schonens.

Erste Paddelversuche auf dem Ivösee
Wir befinden uns in einer weiten Bucht, die eingerahmt ist von Laubbäumen, Eichen und Buchen, die bereits ihr Herbstkleid tragen, vor uns in etwa zwei Kilometer Entfernung liegt die Insel, die dem See seinen Namen gegeben hat: Ivö, „ö“ bedeutet Insel auf Schwedisch. Da das für Gernot die erste Kanutour ist, beschließen wir, uns erst einmal in Ufernähe zu halten und zu schauen, wie wir vorankommen. Das klappt vorzüglich und bald schon sind an einer kleinen Halbinsel angelangt, und dort wollen wir an Land gehen um ein Gefühl für die Gegend zu bekommen. Der Strand ist steinig aber das Kanu ist aus Aluminium gefertigt und daher macht das weiter nichts aus.
Direkt am Strand begrüßen uns die leuchtend roten Beeren der Hagebuttensträucher, die aber auch reichlich mit Dornen bestückt sind, was mir gleich einmal schmerzhaft bewusst wird, als ich mich durch das Gebüsch dränge. Immerhin, wir kommen voran und nach ein paar Minuten erreichen wir einen schmalen Sandstrand, wo ein Fischer in hohen Gummistiefeln steht und angestrengt ins Wasser schaut. Hm, der hat wohl einen Fisch an der Angel oder will ihn landen oder sonst etwas, also ist es besser, ihn nicht durch einen lauten Zuruf in seiner Konzentration zu stören. Erst als ich so gut wie neben ihm stehe, schaut er auf, erschrickt, und springt einen halben Meter in die Höhe. „Bist du verrückt, habe ich mich erschreckt, wieso sagst du denn nichts? Oh, ich habe ein schwaches Herz“, und er drückt die Hand auf sein Herz und verzieht das Gesicht. Zum Glück ist es nicht so schlimm und im gleichen Atemzug erklärt der Mann, später finde ich heraus, dass es sich um Bengt Halldín handelt, dass er kein Angler ist, sondern Geologe, der hier im Wasser nach seltenen Steinen sucht.

Bengt Halldin erklärt Gernot die Geschichte eines versteinerten Urtiers.
Bengt hat als Geologe sein ganzes Leben in ganz Schweden nach Gold gesucht, vor allem in Nordschweden und jetzt in der Pension hat er sich hierher nach Schonen zurückgezogen und erklärt uns anhand eines für mich völlig unscheinbaren Steins, welch sagenhafte Geschichte so ein Stein in sich tragen kann für den, der sich darauf versteht. „Siehst du, hier haben wir den Kopf irgendeines vorsintflutlichen Tieres, da hast du die Augen und da das Gebiss und da der Nackenknochen“, erklärt Bengt und deutet ganz verzückt auf verschiedene Stellen des banalen Steins den er in der Hand hält. Ich weiß nicht recht, ob er nicht einen Scherz macht, denn ich sehe nichts, aber dann denke ich, naja, da muss man mitspielen und ich nicke verständnisvoll und höre seinen Ausführungen zu. Allerdings versiegt dieser Quell des Wissens keineswegs sondern ist unerschöpflich und nach zehn Minuten ständiger Berieselung wende ich mich an Gernot der ebenfalls dasteht und nicht zu wissen scheint ob er den Mann jetzt ernst nehmen soll oder ihn auslachen muss, und wir verabschieden uns von dem eifrigen Geologen. Am besten ist seine Schubkarre die er benützt um seine Utensilien zu transportieren. Weil hier so viel Gestrüpp mit Dornen gibt, hat er das Gummirad gegen ein Rad aus Holz ausgetauscht, allerdings hat er nicht bedacht, dass Holz in der Feuchtigkeit aufquillt und daher dreht sich zu seiner Verblüffung das Rad nach einem Tag am Wasser nicht mehr. Wir schmunzeln über diesen etwas missglückten Erfindergeist, erst am nächsten Tag muss ich wieder an Bengt und sein Schubkarrenrad aus Holz denken, und werde dann seinen Gedankengang besser verstehen.
Einstweilen kämpfen wir uns zurück durchs Dickicht zu unserem Kanu und weiter geht die Fahrt. Gernot stellt sich so gut an beim Paddeln, dass wir beschließen uns über den See zu wagen und daher steuern wir kurzerhand die Insel selber an. Nach einer halben Stunde emsigen Paddelns ist sie zum Greifen nahe, allerdings auch der Wind hat zugenommen und mit ihm die Neigung des Sees, Wellen zu schlagen. Doch beides hält sich in Grenzen und daher wollen wir noch um die Halbinsel herum und in die nächste Bucht. Je näher wir der Insel kommen, umso mehr Findlinge recken ihre Nase aus dem Wasser und das Manövrieren wird zusehends schwieriger. Daher scheint es am besten die Steine zu umfahren. In der Bucht bietet sich ein Anlegeplatz an, doch auch hier wieder dichte Buschvegetation und daher bleiben wir im Kanu sitzen verzehren unsere mitgebrachte Jause und dann frisch gestärkt machen wir uns auf die Rückfahrt. Die klappt wie am Schnürchen und schon haben wir wieder Schloss Bäckaskog vor uns und brauchen nur noch die Einfahrt zum Kanal finden. Nach einigem Suchen finden wir sie dann doch noch und passend zum Abendessen kommen wir wieder bei unserem Häuschen an.

Unser Domizil für ein spannendes Wochenende - direkt am Ufer des Oppmannasees
Doch jetzt meldet sich der Hunger zu Wort. Wir haben vorgesorgt und wollen ans Werk: Leider gibt es in unserem Häuschen keine Küche, doch die Rezeption weiß Rat: unser tolles kleines Häuschen hat zwar alle Bequemlichkeiten die man sich vorstellen kann (Dusche, WC), doch wir bekommen den Schlüssel zur Küche in einem anderen Häuschen. Das liegt zwar am anderen Ende des Parks aber der Spaziergang dorthin ist wahrlich ein Erlebnis: selten dass man so einen riesigen Park durchwandert mit all den exotischen Bäumen und einem allerliebsten Blumen- und Kräutergarten, der das Herz jedes Hobbykochs höher schlagen lässt. Speziell für mich der kräftige und etwas dunklere Farben mag sind die spannenden und verheißungsvollen Farben der Herbstblumen wie den dunkelvioletten Astern wirklich eine Freude.
Die Küche ist mit allem ausgestattet was der Koch so braucht, sogar Gewürze sind ausreichend da und alles klappt wunderbar. Ich stürze mich in die Arbeit, es steht Schweinsfilet in Gorgonzolasauce und dazu Tortellini auf dem Speiseplan. Gernot hat eine Flasche Shiraz mitgebracht, die ergekonnt entkorkt, daher kann eigentlich nichts schiefgehen. Übrigens haben wir die Ingredienzien für unser lukullisches Mahl in Fjälkinge besorgt, im ICA Laden da, der sehr gut ausgerüstet ist und täglich offen hat, auch Sonntag, von neun in der Früh bis acht Uhr am Abend.
Nach diesem Festmahl, das mit echt amerikanischer Schokolade gekrönt wurde, ein Geschenk von Gernots Frau Kristin, die immer an alles denkt, in diesem Fall auch daran, dass wir beide einen süßen Zahn haben, spazieren wir durch den Park zurück zum Häuschen, wo Gernot draufkommt, dass er seinen Zimmerschlüssel im Zimmer liegen gelassen hat, und dummerweise die Tür ins Schloss gefallen ist. Also nochmals zurück zur Rezeption und problemlos bekommen wir einen Ersatzschlüssel. Daher bitte dran denken: Das Schloss an der Tür entschärfen sobald es aufgeschlossen ist, damit man nicht plötzlich vor verschlossener Tür steht. Vor allem gilt das in der Nacht, wenn man kurz mal raus muss, wäre ja blöd nur leicht bekleidet den Gang durch den Park anzutreten.

Abendsonne über dem Ivösee
Tagwache ist acht Uhr morgens. Ein Blick aus den Fenster macht, dass ich gleich wieder zurück ins Bett möchte: dichtester Nebel macht sich breit, dunkle Schleier wallen richtig vom See herauf und war es gestern schon ruhig, so verschluckt dieser Wattenebel auch noch die letzten Geräusche. Aber egal, jetzt werden wir zuerst einmal frühstücken. Der Spaziergang von unserem Häuschen zum Schloss Bäckaskog wird nachgerade schon zur lieben Gewohnheit. Wieder bewundern wir die unglaublichen Bäume im Park: Riesen aus aller Herren Länder die vor mehreren hundert Jahren hier gepflanzt wurden recken sich stolz und mit durchgestreckten Rücken in den Himmel.
Wir gehören zu den Ersten und haben daher einen schönen Tisch am Fenster. Das Frühstück hier im Bäckaskog hat es in sich: Das Frühstück in den schwedischen Hotels ist eigentlich immer opulent, aber das was hier geboten wird, schlägt alles, was ich bisher gesehen habe. Die Brötchen sind frisch aus dem Ofen und noch warm, dazu kann man zwischen drei weiteren Sorten Brot wählen. Schinken, Käse, Wurst, Hering, Kalles Kaviar, weich und hart gekochte Eier, sogar fertiger Teig für heiße Pfannkuchen, die man sich im Waffeleisen selber zubereiten kann. Verschiedenste Müsli, mindestens vier Sorten Joghurt, saure Milch, ein Joghurt sogar mit Quitten, verschiedene Marmeladen, sogar Nutella steht auf dem Tisch. Bei dieser Aufzählung habe ich sicher die Hälfte vergessen. Übrigens: man beachte die geschmackvollen Flaschenvasen, jede mit einer frischen Rose.
Gernot hat ein GPS auf seinem Handy und gestern hat er immer damit herumgespielt bis ich neugierig geworden bin. Ich meine, ich bin ja mehr ein Anhänger der alten Schule und bin bisher immer mit Karte und Kompass unterwegs gewesen, doch heute soll aus dem Saulus ein Paulus werden. Und das geht so: da so ein Nebel herrscht, sage ich scherzhaft zu Gernot: „Na, jetzt kannst du ja wirklich dein GPS verwenden, damit wir uns im Nebel nicht verfahren“. Das lässt er sich natürlich nicht zweimal sagen, sondern drückt eifrig auf dem Gerät herum und hat schon nach kurzer Zeit herausgefunden, dass es auf der Höhe von Barum einen relativ kurzen Übergang vom Oppmannasee zum Ivösee gibt. Da ich wohlweislich das Kanuwägelchen im Auto mitgenommen hatte, laden wir es kurzerhand ins Kanu und los geht es in den Nebel. Zur Vorsicht und weil wir wenigstens ein bisschen was von der Landschaft sehen wollen, immer den Küstenstreifen entlang.
Der Nebel macht das Paddeln richtig romantisch und nach einer Stunde nähern wir uns dem Punkt den Gernot auf dem GPS bestimmt hatte. Genau da ist natürlich kein Durchkommen, zuerst dichtes Schilf und dahinter Buschvegetation, aber ich hatte ein paar Minuten vorher ein weißes Ruderboot am Strand liegen sehen und wo ein Boot festgemacht ist, beginnt oft auch ein Weg.
Bei besagtem Boot angekommen können wir an Land gehen und richtig, da führt ein schmaler, grasbewachsener Pfad am Rand eines Feldes entlang. Ein Blick aufs GPS zeigt uns, dass wir nach ungefähr dreihundert Metern zuerst auf die Bundesstrasse kommen und nach etwa zehn Metern rechts abzweigen müssen um dann nach etwa hundertfünfzig Metern auf einer kleinen Straße entlang direkt an den Ivösee kommen würden.
Kanu raus aus dem Wasser, aufs Kanuwägelchen gestellt, festgebunden, und los geht es. Klappt auch super. Gernot vorne, ich hinten, der Weg ist mit Gras bewachsen, alles paletti. Am Rande des Weges wachsen Vogelbeerbäume und dazwischen sind Sanddornbüsche angepflanzt. Das sind die Büsche mit blauen Früchten, die ein bisschen kleiner wie Zwetschgen sind und wenn man reinbeißt sind sie so entsetzlich sauer, dass es einem den Mund zusammenzieht. Viel saurer wie Zitronen. Erst nach dem ersten Frost werden diese Früchte genießbar. Der größte Nachteil neben diesem sauren Geschmack sind aber die langen, sehr steifen Nadeln, die auf den Ästen wachsen. Naja, und diese Nadeln haben wohl den Bauer gestört und daher hat er Äste abgeschnitten. Leider war es ein schlampiger Bauer, weil er die Äste einfach auf dem Weg liegen gelassen hat. Ich denke mir nichts dabei, sondern fröhlich das Kanu voran, als es auf einmal pfffft macht, und der linke Reifen im Kanuwägelchen in sich zusammen sackt. Das ist echt blöd, weil ich mit einem solchen Missgeschick ja nun wirklich nicht gerechnet hatte. Ich hatte Gernot ja noch das „Kanu1x1“ geschickt, und jetzt darf ich mir dafür folgenden Kommentar anhören: "Ja, da hast du ja etwas ganz Wichtiges vergessen: das Reparaturset für den Reifen des Kanuwägelchens."
Doch wir finden dann nach kurzer Beratung eine Lösung, indem wir eine Reep Schnur so befestigen, dass Gernot sozusagen das Kanu auf der Seite mit dem kaputten Reifen schultern kann und ich ziehe vorne und schon passt alles wieder. Bald haben wir mit vereinten Kräften das Ende des Feldes erreicht, doch da stellt sich uns ein neues Hindernis in den Weg: der Weg nimmt ein abruptes Ende an einem Zaun vor einem kleinen Haus mit dazugehörigem Obstgarten. Zum Glück ist der Hausbesitzer offensichtlich ein Mann der auf Ordnung achtet, und er hat den Rasen auf unserer Seite des Zaunes fein säuberlich abgemäht, sodass wir da unser Kanu entlang schleifen können. Nach ein paar Minuten stehen wir an der Bundesstrasse.

Auch ein platter Reifen des Kanuwägelchens kann die gute Laune nicht verderben.
Ich merke erst jetzt, dass wir noch unsere Schwimmwesten anhaben und beim entsetzten Blick der Autofahrer fällt mir auf, dass wir durch die neongrüne Signalfarbe der Westen Polizisten täuschend ähnlich sehen, speziell weil Gernot auch sein Käppi aufhat. Um den Autofahrern den Schrecken zu ersparen, beschließen wir, unser Kanu auf der Wiese weiterzuziehen. Die letzten zwanzig Meter müssen wir uns aber auf die Straße wagen und Gernot ist ganz erstaunt, wie zuvorkommend sich die Autofahrer verhalten, wenn sie einbremsen und geduldig warten, bis der Gegenverkehr auf der schmalen Straße passieren kann. Nach zwanzig Metern erreichen wir die Abzweigung mit dem Schild „Ivö“ und über einen Hügel kommen wir direkt zur Fährenanlegestelle wo die Linfärja (Seilfähre) zur Insel ablegt.
Hier steht schon eine ganze Reihe Autos, Kinder tollen umher und da kommen wir mit unserem Kanu und dem kaputten Reifen am Kanuwägelchen. Das ist nun nicht sehr angenehm, denn wer wird schon gern zum Gespött der Leute, daher parken wir unser Gefährt diskret am Wegrand und machen es uns auf den Bänken bei einem geschlossenen Kiosk bequem. Endlich kann ich meinen echt schwedischen Trangia Spirituskocher, auf den ich wirklich stolz bin, weil er mich noch nie im Stich gelassen hat, hervorholen und nach allen Regeln der Kanufahrerkunst einen Tee kochen. Zwar habe ich nur ziemlich stark nach Zimt schmeckenden Weihnachts-Früchtetee dabei, aber inzwischen ist es durch den Nebel ziemlich frisch geworden und wir genießen ihn so richtig. Dann kommt die Fähre, die Autos fahren rauf, inzwischen waren wir satt, schieben das Kanu an den Strand, steigen ein und paddeln los.
Nach einer Stunde sind wir wieder beim Schloss Bäckaskog. Gernot schaut erholt und zufrieden drein. Ein Gedanke geht noch an unsere Zufallsbekannschaft von gestern und ich leiste Bengt Halldín für unser zynisches Grinsen über sein Holzrad am Schubkarren Abbitte, denn plötzlich erscheint mir die Idee gar nicht so abwegig, zumindest nicht, wenn ich unser trauriges, geknicktes Kanuwägelchen ansehe.